Was sind die Hauptabsturzursachen von Drohnen?

Es gibt viele unterschiedliche Absturzursachen für Drohnen. Je nach Drohnenmodell gibt es zwar einige technische Besonderheiten die vermehrt zu Abstürzen führen können, grundsätzlich stürzen Drohnen aber in allerster Linie aufgrund von Fehleinschätzungen der Piloten, daraus resultierender Gefahrensituationen und letztlich unzureichender Fähigkeiten der Piloten ab. Im folgenden einige Beispiele und Erläuterungen

Eine klassische Reaktionskette: Ein Problem tritt auf -> Der Pilot ist überfordert -> ein Pilotenfehler führt zum Absturz

1. CSC - Abschalten der Motoren im Flug

Dieses Problem betrifft vor allem DJI Drohnen: Wenn man beide Sticks nach oben oder unten und zueinander bewegt, schalten sich die Motoren der DJI Drohnen abrupt aus und die Drohne fällt wie ein Stein vom Himmel. Es kann sein dass sich inzwischen bereits etwas an der Drohnensoftware verändert hat, aber früher war das tatsächlich eine sehr häufige Unfallursache

2. Nicht richtig gesicherte Propeller

Dieses Problem kann eigentlich sämtliche Drohnen betreffen, trifft aber besonders häufig bei Drohnen mit Schnellspanner Propeller auf. Vor jeder Verwendung der Drohne alle Propeller lockern und wieder richtig festziehen.

3. Crash beim Return to Home

Bei Flügen ausserhalb der Sichtweite (verboten) oder wenn sich der Akku entleert hat, aber auch bei anderen Funkstörungen, kommt es zum sog. Failsafe Verhalten. Die Drohne tritt je nach Voreinstellung (zumeist Return home) den Heimweg an. Dazu fliegt Sie zur Home-Position zurück. Falls sich auf dem Rückweg Hindernisse befinden ist bei vielen Drohnentypen eine Kollision nur durch gekonntes und beherztes Eingreifen möglich.

Fall man die Drohne von einem Boot gestartet hat und das Boot jetzt einige Meter weiter gefahren ist, wird die Drohne zum Ursprünglichen Startort zurückkehren – um dann – unweigerlich immer Wasser zu landen.

4. Automatische Landung außerhalb der Sichtweite

Sobald DJI Drohnen leer sind erscheint auf dem Display der Groundstation eine Warnung und das Return Home Kommando wird eingeleitet. Bricht man Return Home ab wird nach kurzer Zeit die kritische Akkukapazität erreicht und die Drohne landet automatisch. Beim Landevorgang kann man die Position aber noch etwas korrigieren um beispielsweise die Landung in einem See zu verhindern.

5. Flüge außerhalb der Sichtweite

Flüge außerhalb der Sichtweite (natürlich und zurecht verboten) sind schwierig. Einerseits aufgrund des eingeschränkten Sichtfeldes und andererseits sind Objekte wesentlich näher zur Drohne als es auf dem Display scheint. Für ungeübte ist es schwierig koordinierte Flüge nur anhand des Displays und der darauf angezeigten Daten durchzuführen, häufig kommt es zu einem Crash.

6. Unkoordinierte Flüge bei Filmaufnahmen und Fotos

Wer sich beim fliegen zu sehr aufs Filmen oder Fotografieren konzentriert und beispielsweise keinen Spotter dabei hat der die Drohne im Auge behält läuft Gefahr, beispielsweise beim Rückwärtsflug mit Bäumen oder anderen Objekten zu kollidieren, Bei Youtube gibt es unzählige Videos die eigentlich vermeidbare Crashs zeigen.

7. Indoorflüge

Im Bereich der Indoorflüge mit Drohnen kommt es extrem häufig zu Kollisionen. Die meisten Hobbypiloten sind es gewohnt, eine durch GPS stabilisierte Drohne zu steuern. In geschlossenen Räumen gibt es kein GPS Signal. Viele Drohnen verfügen zusätzlich zu GPS noch über optische Stabilisierungssysteme (DJI Drohnen verfügen bsp. über stereoskopische Kameras an der Front, oder auch am Heck). Diese Systeme funktionieren aber nur bei ausreichender Helligkeit und schalten sich ansonsten ab.

In diesen Fällen schaltet die Drohne in den ATTI Modus und fängt sofort an zu driften. Jeder der im ATTI Modus fliegen kann wird sich wunder, dann aber die Steuerung übernehmen und den Flug entweder fortsetzen oder durch eine sichere Landung beenden. ATTI bedeutet übrigens, dass die Drohne nur noch barometrisch die Höhe hält und ansonsten manuell gesteuert werden muss.

Das heimtückische am ATTI Modus: Viele Drohnen, beispielsweise die DJI Mavic Air / Mavic Pro / Mavic Pro 2 / Spark können nicht manuell in den ATTI Modus geschaltet werden. Daher kann man Flüge im ATTI Modus auch nicht trainieren. Drohnen vom Typ DJI Phantom 4 (alle Modelle) oder DJI Inspire (alle Modelle) sowie der gesamte Matrice Serie können in den manuellen ATTI Modus umgeschaltet werden.

Die Gefahr, wenn Drohnen ohne manuellen ATTI Modus mangels GPS Empfang oder Umgebungslicht in den „zwangs“ ATTI Modus schalten: Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wenn Drohnen eigenständig in den ATTI Modus schalten, sie häufig zwischen GPS (oder Optical) und ATTI hin und her schalten und dann unkontrollierbar werden.

Ein Beispiel wie es zu Crashs im Indoor-Bereich kommt: Jemand fliegt in einem großen Festsaal und filmt eine Hochzeitsfeier (rein luftfahrtrechtlich wäre das erlaubt, weil Indoor keine LuftVO gilt – ABER BITTE MACHT DAS DENNOCH NICHT!). Die Drohne ist jetzt im Optical Mode, weil sie kein GPS hat. Irgendwann fliegt man in der Nähe einer Fensterfront, die Drohne bekommt GPS. Mit Glück passiert jetzt erstmal nichts weiter. Mit Pech hat das mäßige GPS Signal einen negativen Einfluß und die Drohne crasht. Wenn sich jetzt zusätzlich noch der Akku leert und die Drohne den Heimweg antreten will, geht sie vom letzten Startpunkt (mit GPS Signal) aus. Vermutlich wird sie erstmal auf die Return-Home Höhe steigen und mit der Saaldecke kollidieren.

8. Wetter

Niederschlag (Regen und Schnee) führen häufig zu Fehlfunktionen an Drohnen. Das Wasser wird durch die Propeller fein zerstäubt und gelangt dann durch Lüftungsöffnungen an die empfindliche Elektronik. Flüge durch Neben führen zu Kondensation. Optische Kollisionsvermeidungssysteme beschlagen und zeigen Fehler auf.

Ein weiteres Problem ist starker Wind. In den ersten 100 Metern der Atmosphäre nimmt die Windgeschwindigkeit extrem zu. Fliegt man eine längere Strecke mit dem Wind von sich weg und bei leeren Akku kehrt die Drohne um, um zum Homepoint zurückzukehren, wird das in den allermeisten Fällen nicht klappen. Durch den Gegenwind ist die Groundspeed zu gering. Eine Lösung kann sein, in den Sportmodus zu schalten und beim Heimweg eine niedrigere aber sichere Flughöhe (wenige Wind) zu wählen. Da sind aber Pro-Tipps – und als Profi macht man diese Fehler ja meist nicht (sorry).

 

Menü schließen