Was darf ein Drohneneinsatz kosten?

„Wenn Sie glauben, dass es teuer ist, einen Profi zu engagieren, um den Job zu erledigen, warten Sie, bis Sie einen Amateur engagieren. (frei nach Red Adair).“

Durch den Einsatz unserer Drohnen stellt sich die Welt unserer Kunden meist aus einer ganz neuen Perspektive dar. Ob es dabei um eine Luftaufnahme oder die Inspektion schwer zu erreichender und enger Räume geht, ist für die Zweckmäßigkeit und die Effizienz des Einsatzes von professionellen Drohnen unerheblich.

In der Drohnenbranche gibt es wie in jeder anderen Branche unterschiedlichste Kundenanforderungen und unterschiedlichste Dienstleistungsangebote; in diesem Artikel gehen wir deswegen der Frage nach was darf ein professioneller Drohneneinsatz kosten. Dies ganz unabhängig vom faktisch geschaffenen Mehrwert für die Sicherheit der Mitarbeiter unserer Kunden und auch unabhängig von den faktisch realisierten Einsparungen im Vergleich zu traditionellen Inspektionsmethoden. 

In diesem Artikel werden wir die Kosten für den Betrieb eines Drohneneinsatzes beziffern, bevor wir dann ein paar Fallbeispiele nennen. Unser Firma, Kopterflug hat sich auf Einsätze im Industriebereich spezialisiert. Dort wird spezielle Schutzausrüstung benötigt, das Equipment nutzt viel stärker ab und die Zeit vor Ort reduziert sich dadurch, dass man erstmal in die Industrieanlage reinkommen muss. Anmeldung, Sicherheitseinweisung etc.

Welche Kosten hat ein Drohnendienstleister?

Beginnen wir mit der Frage, welche Kosten tatsächlich bei einem Drohnendienstleister anfallen:

  1. Kosten für das Equipment (Drohne, Kamera, Akkus, Zubehör)
  2. Kosten für das Unternehmen (Versicherungen, Steuern, Büromaterial, Werbekosten, Webseite…)
  3. Kosten für die Location (Reisekosten, ggf. Genehmigungen)
  4. Das Gehalt des Drohnenpiloten / Drohnenteams 

Die Kosten für das Equipment

Ausgehend vom offensichtlichsten Teil der Ausrüstung, der Drohne selbst, übersehen viele Kunden, dass die Drohne ein Luftfahrzeug ist, das Kraftstoff (die Batterieladung), Wartung und Instandhaltung sowie eventuellen Austausch von Komponenten  benötigt. Das bedeutet, dass jeder Flug mit Kosten verbunden ist. Außerdem benötigt man nicht nur eine einzige sondern mehrere Drohnen, um die teilweise komplexen Anforderungen umzusetzen. Einige Jobs führen wir natürlich auch mit einfachen Drohnen, wie der Phantom 4 durch, für andere Jobs kommen Spezialkameras zum Einsatz, die alleine schon 15.000 Euro kosten, eine Kombination aus diesen Komponenten ist inzwischen ebenfalls nahezu Standard.

Kosten die in einem Unternehmen anfallen

Jede geschäftliche Unternehmung hat Rahmenbedingungen, die einzuhalten sind. Ganz gleich ob es um Mitarbeiterschulungen, Versicherungen (insbesondere für die Drohnen), Telefonanschlüsse, einen Firmenwagen, die Erstellung der Unternehmenswebseiten, Internetwerbung oder das Aufstellen des Jahresabschlusses geht: Eine Firma zu betreiben kostet viel Geld und viel Zeit.

Reisekosten und Genehmigungen

Die „Location“ selbst kostet natürlich nichts, dennoch spielen natürlich die Kosten für An- Abfahrt und vor Ort Verbleib eine Rolle. In Deutschland sind die größten Kostentreiber (auch hinsichtlicher der Zeit): Unzuverlässiges Wetter und benötigte Genehmigungen. Insbesondere bei Flügen in Kontrollzonen ist es in Norddeutschland zu bestimmten Jahreszeiten nicht einfach VMC (Sichtflug) Bedingungen zu bekommen. Häufig brauchen Genehmigungen für Flüge in Hafengebieten oder über Bundeswasserstraßen etc. auch eine Vorlaufzeit von bis zu 10 Werktagen. Die Beantragung kann mitunter extrem langwierig und damit Zeit- und Kostenintensiv werden. Heutzutage ist es aufgrund des Verkehrsaufkommens kaum möglich, beispielsweise von Hamburg nach Frankfurt zu fahren und dann frisch und ausgeruht um 9 Uhr morgens einen komplexen Drohnenauftrag durchzuführen. Also muss man bereits am Vortag anreisen. Das kostet natürlich Geld.

Das Gehalt des Drohnenpiloten

Wie oft man als Unternehmer und Drohnenpilot solche Aussagen hört: „Das ist aber eine gute Referenz für Ihr Unternehmen!“, „Das wäre tolle Werbung für Sie!“…

Als Drohnenpiloten müssen wir leben, Lebensmittel kaufen, Miete bezahlen usw., also müssen wir ein Jahreseinkommen erzielen. Ganz ähnlich wie in der Landwirtschaft ist das Geschäft überwiegend saisonal. In Norddeutschland gibt es vielleicht 100 bis 150 Tage pro Jahr, an denen es nicht regnet oder stürmt.

Wenn ein Drohnenpilot 45.000 Euro pro Jahr verdienen möchte, sind das 100 Einsatztage zu 450 Euro. Dazu kommen dann noch die Kosten für den Assistenten, das Equipment und Versicherungen.

„Wir brauchen Sie aber nur für eine Stunde!?“

Ganz gleich ob eine Stunde geflogen wird oder 6 Stunden, in jedem Fall kostet ein Einsatz – mit wenigen Ausnahmen – stets einen vollen Arbeitstag an Zeit. 

Zwei Beispielrechnungen für Drohneneinsätze

    1. Ein ziemlich unkomplizierter Job, der abseits des regulierten Luftraums mit einer der populärsten Drohnen auf dem Markt durchgeführt wird, der DJI Inspire mit der X5-Kamera. Die Kosten für einen Drohnenpiloten mit Equipment für einen Tag liegen zwischen 800 EUR und 1.000 EUR pro Tag. Eine Zwei-Personen-Crew würde 1.200 bis 1.500 EUR berechnen.
      – Kosten für den Pilot 400 bis 800 EUR (ein oder Zwei-Personen Crew)
      – Kosten für das Equipment 210 Euro (3% von 7.000 EUR)
      – Reisekosten 120 bis 200 EUR (je nach Location)
      – Businesskosten (Kosten für das Unternehmen) 120 bis 200 EUR
    2. Ein Job mit der Flyability ELIOS Drohne kostet pro Tag für eine Zwei-Personen Crew ab 2.500 Euro pro Einsatztag.
      – Kosten für die Crew (800 Euro)
      – PSA (Persönliche Sicherheitsausrüstung) 50 EUR (3% von 1500 Euro für zwei Personen)
      – Kosten für das Equipment 900 Euro (25.000 für die ELIOS + 5000 für weiteres Equipment)
      – Businesskosten 120-200 EUR
      – Reisekosten 120-200 EUR (je nach Location


Eine Besonderheit bei ELIOS Einsätzen: Die Summe der obigen Posten ergibt nur ca. 2000 Euro. Bei Elios Einsätzen in Industrieanlagen oder Kraftwerken muss aber noch ein Risk-Assessment angefertigt werden und die Mitarbeiter müssen eine Sicherheitseinweisung auf dem Gelände bekommen. Der Erste Einsatztag verkürzt sich somit auf ca. 4 Stunden effektive Arbeitszeit. Im Fall der ELIOS kann es unter Umständen auch vorkommen, dass die 3% Kosten für das Equipment nicht ausreichen. Die ELIOS wird in stark kontaminierten Umgebungen geflogen (Zuckerfabrik, Kohlekraftwerk….) und muss intensiv gereinigt werden. Das kann nach Einsätzen 2-3 Stunden in Anspruch nehmen. Je nach Art des Einsatzes benötigt man zwei Piloten und nicht einen Piloten und einen Assistenten. Dies spiegelt sich auch bei den Kosten wider.

Jemand bietet die gleiche Leistung aber für einen Bruchteil des Preises an

Wie jeder Markt, ist das Drohnenbusiness natürlich auch kompetitiv. Wenn es in einer Region viele Anbieter gibt, gehen die Preise runter und umgekehrt. Dagegen ist nichts einzuwenden. Es gibt auch Privatpersonen die Drohnendienstleistungen anbieten und für die oben genannten Kostenregeln nicht oder nur sehr eingeschränkt gelten.

Getreu dem Motto:

  1. Kosten für Equipment habe ich nicht, da das Equipment in Privatbesitz ist
  2. Eine Versicherung für den gewerblichen Einsatz, wozu das denn?
  3. Jeder Euro der dazu verdient wird ist gut, denn das feste Gehalt kommt sowieso vom Arbeitgeber
  4. KFZ-Kosten sind ohnehin vorhanden
  5. Unterhaltskosten für ein Unternehmen gibts nicht
  6. Drohnenführerschein? Die Drohne wiegt doch unter 2KG (obwohl das nicht heißt das man keinen Kenntnisnachweis benötigt)
  7. Steuern zahlen? (… gut, wir möchten niemanden etwas unterstellen!)
Solche Anbieter gibts, vorwiegen bei Ebay Kleinanzeigen zu finden.

Für uns sind das keine Mitbewerber, da folgende Faktoren nicht gegeben sind:
  1. Einsatz von hochwertigen Spezial-Equipment
  2. Vorhandensein von Spezialschulungen, Sicherheitskleidung etc.
  3. Durchführung von Einsätzen im Zwei-Personen Team
  4. Ausführliche Risikoeinschätzung während der Vorbereitung des Einsatzes
  5. Auftragsdurchführung zu jeder Tages und Nachtzeit
  6. Kurzfristige Verfügbarkeit, Reisebereitschaft, auch ins Ausland
  7. Zugriff auf ein Expertennetzwerk
  8. Erfahrung im Umfeld von Kraftwerken, Schiffen und der Großindustrie
  9. Vorhandensein von PSA und Erfahrung in Gefahrenbereichen
  10. Backup-Geräte für nahtlose Einsätze
  11. Risikofreie Beauftragung durch den Auftraggeber, da wir die Gesetze kennen und beachten.

Fazit

Hoffentlich gibt Ihnen dieser Artikel eine Vorstellung davon, wie sich die Kosten eines Drohnen-Dienstleisters zusammensetzen. Denken Sie bitte daran, dass es sich nur um einen Leitfaden handelt. Alle Betreiber haben ihre individuellen Prozesse.

Aber wie immer im Leben gilt: „You get what you pay for“.
(Sie bekommen das, wofür Sie bezahlen).

Es ist unsere Erfahrung: Wenn ein Kunde unser Angebot mit einem deutlich preiswerteren vergleicht, handelt es sich immer um einen Kompromiss. Zum Beispiel könnte der Mitbewerber eine wesentlich einfachere Drohne und Kamera verwenden, er könnte illegal ohne Genehmigung oder Versicherung arbeiten, oder schlimmer noch, er nimmt sich nicht die Zeit, die richtigen Sicherheitsschritte durchzuführen.

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