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    Thermografie in der Industrieinspektion

    • Wärmebildkamera trifft Drohne: CUI, Hotspots und Leckagen aus der Luft erkennen
    Karsten Lehrke

    Karsten Lehrke

    Karsten ist Gründer und Geschäftsführer von Kopterflug. Als Dipl.-Ing. Maschinenbau bringt er langjährige Erfahrung in der Projektplanung mit.

    Warum Thermografie + Drohne ein entscheidender Fortschritt ist

    Thermografie war lange an handgehaltene Kameras gebunden. Das Problem: Um Hotspots, Leckagen oder Isolationsschäden in einem 30 Meter hohen Kessel zu finden, mussten Sie zuerst Zugang schaffen – per Gerüst, Seilzugang oder Personeneinstieg.

    Die Flyability ELIOS 3 mit radiometrischer Thermokamera ändert das: Die Drohne fliegt durch den Kessel, Tank oder Schornstein und erfasst gleichzeitig 4K-Video, LiDAR-3D-Daten und thermische Bilder – ohne Personeneinstieg.

    Der Unterschied „radiometrisch“: Die ELIOS 3 liefert nicht nur bunte Wärmebilder, sondern absolute Temperaturwerte pro Pixel. Das ermöglicht quantitative Analyse: Ist dieser Hotspot bei 85°C oder 185°C? Das macht den Unterschied in der Bewertung.

    Die ELIOS 3 liefert nicht nur bunte Wärmebilder, sondern absolute Temperaturwerte pro Pixel. Das ermöglicht quantitative Analyse – ist dieser Hotspot bei 85°C oder 185°C?

    Thermografie-Inspektionen sind besonders gefragt in der Petrochemie – etwa an Raffineriestandorten in Karlsruhe und Ingolstadt sowie in Chemieparks in Köln und Gelsenkirchen.

    Was erkennt Thermografie in Industrieanlagen?

    Die radiometrische Thermokamera der ELIOS 3 erkennt eine Vielzahl verdeckter und sichtbarer Anomalien in Industrieanlagen:

    CUI (Corrosion Under Insulation)

    Feuchte Isolierung hat ein anderes Wärmeprofil als trockene. Die Thermokamera erkennt Temperaturanomalien unter der Isolierung – einer der häufigsten und teuersten Schäden in der Prozessindustrie.

    Hotspots (thermische Anomalien)

    Überhitzte Bauteile in Kesseln, Öfen und Reaktoren: Hotspots weisen auf Refractory-Schäden, blockierte Kühlsysteme oder Isolationsfehler hin.

    Leckagen

    Austritt von heißen oder kalten Medien erzeugt lokale Temperaturunterschiede, die thermisch sichtbar werden – selbst bei kleinen Mengen.

    Füllstandserkennung

    In Tanks und Behältern zeigt die Thermokamera den Füllstand des Mediums als klare Temperaturgrenze – nützlich für Bestandsaufnahme und Entleerungskontrolle.

    Elektrische Anomalien

    Überlastete Kabel, Schaltkontakte oder Transformatoren in Schalträumen und Kabelschächten werden durch ihre Wärmesignatur sichtbar.

    Thermografie-Auswertung am Laptop – Hubbalkenofen

    ELIOS 3 Thermo-Payload: Technische Eckdaten

    Die Thermokamera der ELIOS 3 ist als optionaler Payload verfügbar und wird zusätzlich zur 4K-Kamera eingesetzt:

    Typ: Radiometrische Wärmebildkamera
    Auflösung: 320×256 px (ausreichend für industrielle Befundung)
    Temperaturbereich: -10°C bis +400°C
    Empfindlichkeit (NETD): <50 mK
    Bildrate: 30 fps
    Schutzklasse Payload: IP68
    Gleichzeitige Aufzeichnung: 4K Visuell + Thermo + LiDAR

    Praxis-Hinweis: Die Thermokamera liefert Rohdaten (radiometrisch), die in der Flyability Cloud (Inspector 5) oder kompatiblen Softwarelösungen ausgewertet werden. Die Thermal-Bilder können als Overlay auf die LiDAR-Punktwolke gelegt werden – so sieht man genau wo im 3D-Raum der Hotspot liegt.

    Typische Einsatzbereiche: Thermografie + ELIOS 3

    Die Kombination aus Drohne und radiometrischer Thermografie kommt in zahlreichen Industriebereichen zum Einsatz:

    Kessel und Öfen

    Erkennung von Refractory-Schäden (Ausmauerung) durch Hotspots auf der Innenwand. Klassisch nur mit Gerüst – mit der Drohne in Stunden statt Wochen.

    Schornsteine und Kamine

    Thermische Anomalien in der Ausmauerung zeigen Verschleiß, Risse oder fehlende Isolierung. Die Drohne erfasst das komplette thermische Profil von innen.

    Tanks und Reaktoren

    CUI-Erkennung an isolierten Tanks, Füllstandsermittlung, Leckagesuche an Anschlüssen und Schweißnähten.

    Rohrleitungen und Rohrbrücken

    CUI-Screening an isolierten Rohrleitungen, Erkennung von Blockaden oder Durchflussproblemen durch Temperaturdifferenzen.

    Kraftwerke

    Turbinenhäuser, Dampferzeuger, Kondensatoren – überall dort, wo Temperaturdifferenzen kritisch sind.

    Thermografie vs. Sichtprüfung: Was findet was?

    Sichtprüfung (VT / 4K-Kamera) erkennt:
    • Sichtbare Korrosion und Rost
    • Risse und Delaminierungen
    • Ablagerungen, Anbackungen, Verschmutzung
    • Beschichtungsschäden und Abplatzungen
    • Fehlende Bauteile, mechanische Verformung

    Thermografie erkennt zusätzlich:
    • Verdeckte Korrosion unter Isolierung (CUI)
    • Interne Hotspots (nicht sichtbar)
    • Leckagen (auch kleine Mengen)
    • Isolationsfehler
    • Thermische Brücken
    • Füllstände

    Empfehlung: Beide Methoden gleichzeitig einsetzen. Die ELIOS 3 erfasst VT + Thermo + LiDAR in einem einzigen Flug. Das ist der Vorteil gegenüber separaten Inspektionen.

    Sensor-Vergleich auf einen Blick:
    BefundSichtprüfung (4K)ThermografieLiDAR
    Sichtbare Korrosion / Rost
    Risse / Delaminierungen⚠️
    Ablagerungen / Anbackungen
    Beschichtungsschäden
    Mechanische Verformung
    CUI (Korrosion unter Isolierung)
    Interne Hotspots
    Leckagen (klein)⚠️
    Isolationsfehler
    Füllstände
    3D-Vermessung / Geometrie

    Die ELIOS 3 erfasst VT + Thermografie + LiDAR in einem einzigen Flug. Diese Dreifaltigkeit der Daten liefert ein Gesamtbild, das keine Einzelmethode allein erreicht.

    LiDAR-3D-Scan Economiser Kraftwerk

    Grenzen der Drohnen-Thermografie

    Ehrlich gesagt: Drohnen-Thermografie hat Grenzen, die man kennen muss:

    Auflösung

    320×256 px sind ausreichend für industrielle Befundung, aber nicht für Detailanalysen auf Bauteilebene. Für hochauflösende Thermografie sind stationäre Kameras besser geeignet.

    Emissionsgrad

    Unterschiedliche Oberflächen (blankes Metall vs. beschichtetes Metall vs. Kunststoff) haben unterschiedliche Emissionsgrade, die bei der Auswertung berücksichtigt werden müssen.

    Windeinfluss

    In offenen Bereichen oder Schornsteinen mit starkem Zug können konvektive Effekte die Messung verfälschen.

    Umgebungstemperatur

    Die ELIOS 3 ist für max. 50°C spezifiziert. In aktiv befeuerten Öfen oder direkt über Brennern ist kein Einsatz möglich.

    Keine ATEX-Zertifizierung

    Auch mit Thermokamera ist die ELIOS 3 nicht für explosionsgefährdete Bereiche zugelassen – Gasfreimessung ist erforderlich.

    Fazit: Thermografie als Standard-Tool der Drohneninspektion

    Thermografie erweitert die Drohneninspektion von der reinen Sichtprüfung zur multisensorischen Zustandserfassung. In einem Flug erfasst die ELIOS 3:

    4K-Video: Sichtbare Schäden (VT)
    Thermografie: Verdeckte Schäden (CUI, Hotspots, Leckagen)
    LiDAR: Geometrie und Vermessung

    Diese Dreifaltigkeit der Daten – optisch, thermisch, geometrisch – liefert ein Gesamtbild, das keine Einzelmethode allein erreicht.

    Unsere Empfehlung: Bei jedem Inspektionsauftrag klären wir, ob Thermografie für Ihren Anwendungsfall sinnvoll ist. In vielen Fällen ist es ein Standardmodul ohne Mehraufwand.

    Bei jedem Inspektionsauftrag klären wir, ob Thermografie sinnvoll ist. In vielen Fällen ist es ein Standardmodul ohne Mehraufwand – drei Sensoren in einem Flug.

    Unsere Einsatzstandorte

    An diesen Standorten in Deutschland setzen wir Drohneninspektionen in den relevanten Branchen ein — vor Ort und mit lokaler Einsatzplanung.

    Häufige Fragen zur Drohnen-Thermografie

    Kostet die Thermografie extra?

    Das hängt vom Inspektionsumfang ab. In vielen Fällen ist die Thermokamera als zusätzlicher Payload beim gleichen Flug einsetzbar – der Mehraufwand liegt dann primär in der Auswertung. Wir klären das projektspezifisch.

    Kann die ELIOS 3 CUI zuverlässig erkennen?

    Die ELIOS 3 kann Temperaturanomalien erkennen, die auf CUI hindeuten (feuchte Isolierung, Wärmebrücken). Eine definitive CUI-Diagnose erfordert oft ergänzende Maßnahmen (z. B. Isolierung öffnen an verdächtigen Stellen). Die Drohne lokalisiert die Verdachtsstellen – das reduziert den Aufwand drastisch.

    Wie genau sind die Temperaturmessungen?

    Die radiometrische Kamera hat eine Empfindlichkeit von <50 mK (NETD) und misst im Bereich -10°C bis +400°C. Die absolute Genauigkeit hängt vom Emissionsgrad der Oberfläche und der korrekten Kalibrierung ab – für industrielle Befundung (Hotspot ja/nein, Temperaturvergleich) ist die Genauigkeit ausreichend.

    Professionelle Inspektion mit der ELIOS 3 — deutschlandweit verfügbar.

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    Wir beraten, ob Thermografie bei Ihrer Inspektion sinnvoll ist – und liefern Ergebnisse, nicht nur Bilder.

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