Wie man professioneller Drohnenpilot wird

Was einen professionellen Drohnenpiloten ausmacht und wie wird man zu einem wird

Drohnenpiloten heute

Der Einsatz von Drohnen wirkt sich disruptiv auf viele etablierte Branchen aus. Angefangen bei der Luftbildfotografie und Videografie. Heutige Drohnenpiloten kommen daher aus den unterschiedlichsten Branchen bzw. sind Quereinsteiger, beispielsweise mit Hintergrundwissen aus den Bereichen Modellbau bzw. Modellflug oder den jeweiligen Branchen in denen sie jetzt tätig sind. Eine klassische Ausbildung, bestehend aus Theorie und Praxis zum Drohnenpiloten gibts bisher nicht. Der Kenntnisnachweis der vielerorts angeboten wird und zumindest für Drohnen mit einem Abfluggewicht von mehr als 2KG benötigt wird, bietet zumindest das benötigte theoretische Basiswissen, um eine eine Drohne legal bewegen zu können.

Schritte zum professionellen Drohnenpiloten

Welche Anforderungen gibt es um Drohnenpilot zu werden

Anders als in der bemannten Luftfahrt, brauchen Drohnenpiloten in Deutschland bisher keine medizinische Untersuchung (Medical). Allerdings kann sich das in Zukunft, möglicherweise für den Betrieb größerer und schwererer Drohnen ändern. Grundsätzlich gibt es bisher keine solche Anforderung. Der Job verlangt dem Piloten aber viel ab. Wer Drohnen professionell und unter schwierigen Bedingungen bewegen möchte, sollte nicht fehlsichtig sein, bzw. eine gute Sehkorrektur haben, körperlich und geistig fit und belastbar sein, da Einsätze teilweise in schwierigem Gelände oder auch in engen Industrieanlagen stattfinden können. Neben der körperlichen Konstitution, insbesondere auch überdurchschnittlicher Feinmotorik spielt auch die geistige Leistungsfähigkeit eine dominierende Rolle. Die Steuerung der Drohne ist eine Sache die zu 80% im Kopf stattfindet. Die anderen 20% sind Feinmotorik. Ein professioneller Drohnenpilot sollte auch unbedingt über einen Kenntnisnachweis (Drohnenführerschein) verfügen.

Theorieausbildung als Drohnenpilot

Der zuvor erwähnte Drohnenführerschein erlaubt es, Drohnen mit einem Abfluggewicht von mehr als 2KG im öffentlichen Luftraum bewegen zu dürfen. Der Drohnenführerschein ist nicht genormt, dass heißt jeder Ausbildungsbetrieb hat einen individuellen Fragenkatalog der jeweils vom LBA (Luftfahrtbundesamt) individuell genehmigt wird. Daher unterscheidet sich die Theorieausbildung auch stark. Um als professioneller Drohnenpilot durchzustarten ist der Drohnenführerschein bestenfalls ein Einstieg. Drohnenpiloten müssen sich perfekt mit dem eingesetzten Equipment auskennen. Angefangen beim Fluggerät über die Fernsteuerung, die Akkus, die einzelnen Controller, Sensoren bis hin zum verwendeten Kamerasystem. In der Regel benötigt man je nach Einsatzbereich eine Handvoll Drohnen. Neben dem Wissen über die Drohnen spielt es auch eine Rolle, was später inspiziert werden soll. Wer ständig Korrosion an Brücken inspiziert, sollte sich, auch wenn er kein Gutachter werden will, zumindest oberflächlich mit Brücken auskennen. Gleiches gilt natürlich auch für Dächer, GIS Modelle oder Thermografie. Insbesondere die Funktion der Sensoren spielt für professionelle Drohneneinsätze eine dominierende Rolle. In der Nähe von Stahlbetonbauten, Hochspannungsleitungen, Sendemasten etc. funktionieren Kompass und GPS teilweise nicht mehr oder nicht mehr zuverlässig. In anderen Umgebungen funktionieren andere Sensoren oder aber die Funkübertragung zwischen Drohne und Groundstation nicht mehr. Ein professioneller Drohnenpilot muss sich stets mit Details auseinandersetzen.

Praktische Ausbildung als Drohnenpilot

Auch wenn es Flugschulen für die praktische Ausbildung gibt, unserer Erfahrung nach ist die praktische Ausbildung kein Prozess der irgendwann anfängt und irgendwann endet. Viele talentierte Drohnenpiloten kommen aus den Bereichen FPV-Racing oder Flugmodellbau und kennen die technischen Details und die Betriebsgrenzen ihres Equipment bis ins kleinste Detail. Wenn man die Praxis lernen möchte, fängt man mit einer "Spielzeug Drohne" an. Geeignet ist zum Beispiel eine Drohne wie die Hubsan X4. Es gibt aber zahlreiche andere geeignete, kleine und günstige Drohnen. Diese Drohnen sind in der Regel viel schwerer zu fliegen, als die größeren Drohnen mit denen später professionell gearbeitet wird. Drohnefliegen findet wie gesagt zu 80% im Kopf statt und der Kopf will und muss trainiert werden. Nach einiger Zeit erfolgt die Steuerung der Drohne komplett unterbewußt, so als würde man Fahrrad fahren. Es gibt viele Modellflugplätze auf denen geübt werden kann. Im Winter wird vielerorts auch in Sporthallen geflogen. Bei einigen Drohnenpiloten geht die praktische Ausbildung schneller als bei anderen und es gibt auch einige, die mit noch so viel Übung nie auf ein gutes Niveau kommen, die Drohne in jeder Situation sicher steuern zu können.

Fachqualifikation

Fachqualifikation ist ein wichtiges Thema: Die Drohne transportiert letztlich nur eine Payload. Eine Payload kann eine Kamera oder ein Sensor oder auch eine Kombination aus beidem sein. Abhängig davon ob fotografiert, gefilmt, inspiziert oder vermessen werden soll, kommen unterschiedliche Payloads und ggf. auch unterschiedliche Drohnen zum Einsatz. Jede Drohne, jede Payload und jede Umgebung in der geflogen werden soll, hat ihre individuellen Anforderungen an die Flugvorbereitung, Flugdurchführung und Flugnachbereitung.

Wie lange braucht es, professioneller Drohnenpilot zu werden?

Wer Vorkenntnisse hat und ambitioniert ist, kann innerhalb von 2-3 Wochen den Drohnenführerschein absolvieren und in etwa der gleichen Zeit erste praktische Kenntnisse erwerben. Als Drohnenpilot gibt es viele potenzielle Einsatzgebiete. Angefangen bei der Luftbildfotografie und Luftvideografie, über Vermessung und Kartografie bis hin zu Thermografie und Inspektionsflügen. Jedes Anwendungsgebiet setzt Spezialwissen voraus, das entweder in Eigenregie oder durch Kurse erworben werden muss.

Wie sehen die Jobchancen aus

Grundsätzlich gibt es unzählige Anwendungsbereiche in denen Drohnen eingesetzt werden und gute Leute werden immer gesucht. Der Einstieg in den Job ist aber nicht einfach und setzt größte Flexibilität voraus, da die Einsätze häufig an wechselten Orten stattfinden.

Drohneneinsatz auf einer Baustelle
Luftbildaufnahme per Drohne
Drohneneinsatz in einem Kraftwerk
Drohneneinsatz auf Schiffen. Foto mit freundlicher Genehmigung von Flyability
Drohnenpilot bei einer Tankinspektion